Die Pfarrkirche St. Georg Siberatsweiler

Wer im Sommer das Schloss Achberg mit seinen herrlichen Ausstellungen, Konzerten oder Kinderarakonen besucht oder wer eine Wanderungan der idyllischen Argen plant, sollte auf jeden Fall auch einen Stopp an der nahe gelegenen Pfarrkirche St. Georg in Siberatsweiler einplanen.

Schon von Weitem fällt der trutzige, leicht schiefe Turm der mittelalterlichen Kirche auf. Auf dem quadratischen wuchigen Schaft sitzt die achteckige Glockenstube und darauf die imposante kupfergedeckte grünlichblaue Zwiebelhaube.

Der Bau der Kirche geht auf das Jahr 1421 zurück. Geweiht wurde sie im Jahr 1424. Die Siberatsweiler Gemeinde kann also schon bald das 600-jährige Bestehen feiern. In den Jahren 1730 bis 1732 wurde die Kirche kräftig renoviert und grundlegend verändert. Aus der Zeit stammt auch die Sonnenuhr, deren Überreste heute noch am Turm sichtbar sind. Erst 1961 erhielt das Langhaus seine jetzige Form. Es wurde um die Länge von zwei zusätzlichen Kirchenfenstern vergrößert.

Der Hochaltar: Schauen wir in die Kirche, die am Wochenende geöffnet ist, fällt der Blick zunächst durch das Langhaus auf den Chorbogen und den dahinter liegenden Hochaltar, der bis zur Decke reicht. Das Altarbild zeigt die Einsetzung des Rosenkranzes. Im Aufsatz ist der Heilige Georg, der Patron der Pfarrkirche, abgebildet. Zu beiden Seiten des Tabernakels stehen die Figuren der Heiligen Petrus und Paulus.
Sehenswert ist auch die massive und reich geschnitzte Sakristeitür auf der rechten Seite. Der obere Stock der zweistöckigen Sakristei war wohl früher der Gebetsraum für die „Honoraoren“ vom Schloss Achberg und von außen zugänglich, wie wir von unserem Ortsheimatpfleger, Herrn Farfeleder, erfahren haben.

„Kindlesaltar“ und „Celsusaltar": Die beiden Seitenaltäre zeigen links die Anbetung der Hirten bei der Geburt Jesu, der Altar heißt deshalb im Volksmund auch der „Kindlesaltar“, und rechts die Kreuzabnahme. Hinter dem Bild am Altaraufsatz verbirgt sich mit dem Haupt des frühchristlichen Märtyrers Celsus eine wertvolle Reliquie, die im 18. Jh. nach Siberatsweiler kam. Deshalb heißt der rechte Seitenaltar auch seit der Zeit „Celsusaltar“. Davor ist die Kanzel mit den vier Evangelisten und einem Pelikan auf der Spitze des Schalldeckels.

Wenn wir uns umdrehen und Richtung Orgelempore schauen sehen wir: Vier Darstellungen aus dem Leben Christi - Christus und Nikodemus, Christus und die Samariterin, Christus und die Ehebrecherin und Christus und die Engel - die Orgel und auf unserem Bild den Achberger Kirchechor.

Erwähnenswert sind auch die Grabsteine und Gedenktafeln am südlichen Chorbogen und der Langhauswand sowie das Taufbecken, das im Innendeckel die Jahreszahl 1751 trägt. Die Taufgruppe, die Christus und Johannes zeigt und die früher auf dem Deckeldes Taufbeckens war, ist heute im hinteren südlichen Teil der Kirche hinter Glas zusehen. Dort steht auch das Taufbecken. Werfen Sie auch einen Blicknach oben. Im vorderen Bereich der Decke finden wir noch einmal den Kirchenpatron St. Georg bei der Überwältigung des Drachens. Lassen Sie sich Zeit, studieren Sie die Wappen der Gedenktafeln, lassen Sie den Blick durch die Kirche schweifen. Sie werden noch vieles mehr entdecken.