Abschied von Pfarrer Schniertshauer

Wäre er wohl geblieben, hätten alle Gottesdienste die Amtzeller Kirche so gut gefüllt? Beim Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Dr. Martin Schniertshauer war kein freier Platz mehr in der Kirche, und obwohl der Gottesdienst fast zwei Stunden dauerte, hörte man hinterher nur Staunen über die vorgerückte Stunde. Kurzweilig soll es gewesen sein – selten gehörte Worte nach einem Gottesdienst.

Nach 12-jährigem Wirken als Seelsorger in der Seelsorgeeinheit „An der Argen“ verabschiedete sich Pfarrer Schniertshauer am 17. September morgens im Patroziniumsgottesdienst in Schwarzenbach von den Süd-Gemeinden. Der offzielle Gottesdienst zum Abschied wurde am späten Nachmittag in Amtzell gefeiert.

Es war ein schönes Bild: die Farben des Regenbogens vor dem Altar, die vielen Fahnenabordnungen von Amtzell, Haslach und Pfärrich im Chorraum, zahlreiche Ministrant(inn)en, Pfarrer Erhard Galm sowie Pfarrer i.R. Msgr. Otto Baur als Mit-Zelebranten, die vielen Gottesdienstbesucher in den Bänken und stehend. Und es war ein gewaltiger Klang. Vier Chöre hatten sich zu diesem Gottesdienst erstmals zusammengefunden. Ohne gemeinsame Proben klappte auf Anhieb der mehrstimmige Gesang der Lieder von Taizé. Gesang und Begleitung durch verschiedene Instrumente versetzten die Besucher in Feststimmung.

Das Kreuz als Segenszeichen machte Pfarrer Schniertshauer zum Thema seiner Abschiedspredigt. Das Kreuz dürfe nicht aus unserem Leben verschwinden, betonte er, denn mit ihm würde ein Zeichen der Hoffnung verschwinden: Der Längsbalken verbinde Himmel und Erde, Gott und die Menschen. Der Querbalken verbinde die Menschen untereinander. Füreinander sollen wir Segen sein. Und da, wo Gemeinschaft wachse, werde das Kreuz zum Segenszeichen.  

Am Ende des Gottesdienstes warfen die drei Grußworte von Bürgermeister Clemens Moll, vom evangelischen Pfarrer, Christoph Rauch, und von der zweiten Vorsitzenden der Seelsorgeeinheit, Hildegard Baier, unterschiedliche Schlaglichter auf das Wirken des Seelsorgers. Hildegard Baier überreichte dann das gemeinsame Geschenk aller Gemeinden der Seelsorgeeinheit: eine Stola aus handbemalter Seide in Regenbogenfarben mit Dominanz der liturgischen Farbe Grün. Da Pfarrer Schniertshauer nun ins Kloster Münsterschwarzach eintritt, sollte das Geschenk wenig Platz beanspruchen, nach wie vor Verwendung finden und an die Seelsorgeeinheit erinnern, die den Regenbogen im Logo hat. Aus Amtzell und Pfärrich hatten viele zum Geschenk beigetragen, angefangen bei der Kommune über Vereine bis zu zahlreichen Privatpersonen, sodass ein Überschuss erzielt werden konnte – ein Beitrag für die nächste Radtour des zukünftigen Novizen.

Mit dem Segen zum Schluss vollzog Pfarrer Schniertshauer die erste Amtshandlung mit der neuen Stola und erinnerte daran, dass er mit dem „Und mit deinem Geiste“ den Segen der Gemeinde mit auf seinen Weg nehme.

Im Anschluss an den Gottesdienst drängten viele ins Haus der Gemeinde, um sich noch im persönlichen Gespräch von Pfarrer Schniertshauer zu verabschieden. So mancher drang erst zum Buffet vor, als die Platten geleert waren. 

Am Mauritiusfest wird Pfarrer Schniertshauer seinen letzten Gottesdienst in Amtzell feiern, musikalisch mitgestaltet vom Kirchenchor, und sich dann auf den Weg nach Münsterschwarzach machen. Die Gebete der Gemeinden werden ihn auf diesem Weg begleiten.