Farbe bekennen – Mauritiusfest in Amtzell

AMTZELL – Am 4. Sonntag im September wird in Amtzell traditionell das Fest des 2. Kirchenpatrons gefeiert: Mauritius. Letztmals holte ein großes Aufgebot an Uniformierten Pfarrer Schniertshauer und die Ministranten am Pfarrhaus ab und geleitete sie mit Musik zum Festgottesdienst, der vom Kirchenchor unter Leitung von Wolfgang Dettling mitgestaltet wurde.

Auf die Farben ging Pfarrer Schniertshauer in seiner letzten Predigt ein. Mauritius werde in den Kirchen weiß und schwarz dargestellt. Das Rätsel um die Hautfarbe des Märtyrers könne nicht gelöst werden, doch letztlich sei für Gott nicht die Hautfarbe entscheidend, sondern dass der Mensch Farbe bekennt – wie der römische Offizier der Thebäischen Legion, Mauritius.

Am Tag der Bundestagswahl sollten die Ausführungen von Pfarrer Schniertshauer zu den Farben nicht als Wahlempfehlung verstanden werden. Rot, Gold und Grün stehen vielmehr für die Eigenschaften, die das Bekenntnis zu Jesus Christus ausmachen: Rot für die Liebe, Gold für die Treue und Grün für die Hoffnung und das Vertrauen auf Gott. Diese Farben finden sich deshalb in der Darstellung der Heiligen, so auch an der Figur des Mauritius in der Amtzeller Kirche.

Der Patroziniumsgottesdienst war der letzte Gottesdienst von Pfarrer Schniertshauer in der Seelsorgeeinheit „An der Argen“. Die offizielle Verabschiedung von der Seelsorgeeinheit war bereits eine Woche zuvor, allerdings nur mit Fahnenabordnungen und ohne Beteiligung der zahlreichen Amtzeller Uniformierten. Und so dankte Hans Roman von der Bürgerwehr am Ende dieser Feier stellvertretend für alle kirchlichen Vereine Pfarrer Schniertshauer für die vergangenen 12 Jahre. Der Kirchenchor verabschiedete sich mit einem Segenslied.

Ein letztes Mal geleiteten dann Musikkapelle, Justinigrenadiere, Bürgerwehr, Spielmannszug und Fahnenabordnungen der Vereine Pfarrer Schniertshauer und die Ministranten zum Pfarrhaus, wo es zum Abschied drei Salutschüsse der Bürgerwehr gab. Den Schlusspunkt setzte die Musikkapelle mit einem Ständchen. Anschließend war die Gemeinde zum Frühschoppen an die Hammerschmiede eingeladen.