Fest zu Ehren des hl. Justinus: Wem laufe ich hinterher?

AMTZELL – Obwohl die Voraussetzungen dieses Jahr nicht allzu günstig schienen – Gerüst in der Kirche und Schnürlesregen am Morgen –, feierte Amtzell wieder ein heiteres Fest der Begegnung zu Ehren des hl. Justinus.

Trotz oder auch ein bisschen wegen des Gerüsts war der lange Einzug der zahlreichen Uniformierten wieder beeindruckend. Musikkapelle, Bürgerwehr, Justinigrenadiere, Spielmannszug und Fahnenabordnungen waren aufmarschiert, um die drei Pfarrer Hammele, Mattes und Endraß sowie die vielen Ministranten und Ministrantinnen am Pfarrhaus abzuholen und zu dem von einer Bläser-Gruppe mitgestalteten Festgottesdienst in die Kirche zu geleiten.

„Wem laufe ich hinterher?“ Diese Frage zu Beginn der Predigt von Pfarrer Hammele hatte einen weiteren aktuellen Bezug, da im Gottesdienst die neue Fahne der Musikkapelle gesegnet werden sollte. Alle bei der Prozession mitgetragenen Fahnen sind für die jeweilige Gemeinschaft ein wichtiges Symbol. Christina Milz erläuterte im Namen der Musikkapelle die neue Fahne, die das zeigt, was der Gemeinschaft wichtig ist: Musik, die Verbundenheit mit der Kirche und untereinander. Sie gibt damit eine Richtung vor, der zu folgen sich lohnt. Pfarrer Hammele verwies noch auf den Philosophen Justinus, der sich seinerzeit fürs Christentum entschieden hatte als der im 2. Jahrhundert einzig brauchbaren Lehre, die dem Leben Richtung geben konnte. Und er gab einen Rat von Papst Franziskus weiter, der empfohlen hat, immer wieder über den Friedhof zu gehen, um sich bewusst zu machen, was letztlich bleibt.

Rechtzeitig zur Prozession hatte es zu regnen aufgehört, sodass das Allerheiligste und die Reliquie des hl. Justinus durchs Dorf getragen werden konnten. Dabei setzte die Bürgerwehr aus Niederwangen einen weiteren Farbtupfer im langen Zug der Uniformierten und Gläubigen. Nach dem sakramentalen Segen in der Kirche waren wieder die Salutschüsse der Bürgerwehr vor dem Pfarrhaus traditioneller Schlusspunkt – vor dem von Bürgerwehr, Spielmannszug und Grenadieren ausgerichteten Frühschoppen in der Festhalle.