Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten

„Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten gestalten“: DAS Thema in der Diözese Rottenburg-Stuttgart in den nächsten Jahren. Bis 2020 sollen die Kirchengemeinden bzw. Seelsorgeeinheiten innerhalb des diözesanen Rahmens und mit Unterstützung der Dekanate ihren eigenen Entwicklungsprozess gestalten – von einer „Komm her zu uns“- zu einer „Wir kommen zu dir“-Kirche, also Kirche nicht nur in der Kirche, sondern „an vielen Orten“.

Für die Seelsorgeeinheit „An der Argen“ war ein gemeinsamer Gottesdienst aller Gemeinden in Amtzell offizieller Startpunkt dieses Entwicklungsweges. „Vertrauen wagen“ war Thema des Gottesdienstes, der von Amtzell vorbereitet worden war und an dem sich Lektor(inn)en und Ministrant(inn)en aus allen acht Gemeinden beteiligten. Entsprechend lang war der Zug der Ministrant(inn)en, die mit den beiden Pfarrern der Seelsorgeeinheit, Dr. Martin Schniertshauer und Erhard Galm, in die Kirche einzogen.

Ein kleines Anspiel zu Beginn des Gottesdienstes mit Vater und Tochter als Seiltänzer und mutiger Mitspielerin, die sich voll Vertrauen in eine Schubkarre setzt und übers Seil fahren lässt, sollte deutlich machen, dass Vertrauen keine Selbstverständlichkeit ist, dass es Mut braucht und Menschen, die die Kraft des Vertrauens vorleben. Pfarrer Schniertshauer bekannte freimütig in seiner Predigt, dass er nicht als Erster strecken würde, wenn es darum ginge, sich übers Seil fahren zu lassen, und er betonte, wie wichtig die Gemeinschaft als Stütze sei, um Vertrauen immer wieder neu zu wagen.

Acht Gemeinden, die sich teilweise aufgrund der räumlichen Entfernung (Achse Amtzell bis Achberg) noch fremd sind, machen sich gemeinsam auf den Weg. Zum gegenseitigen Kennenlernen war im Vorfeld des gemeinsamen Gottesdienstes Gelegenheit beim mehrstimmigen Einüben der Gesänge aus Taizé unter Anleitung von Wolfgang Dettling. Die Dynamik der Gesänge von leise bis laut – je nach Begleitinstrument – gab dem Gottesdienst eine ganz besondere Atmosphäre.

Gut besucht war der Gottesdienst und gut besucht war auch der anschließende Stehempfang im Haus der Gemeinde, wo die allgemeine Resonanz auf diesen Gottesdienst Hoffnung gibt für den gemeinsamen Weg der acht Gemeinden.