Neubau – Entscheidung und Begründung zur Zukunft der Kirche in Schwarzenbach

SCHWARZENBACH - Nach längerer Beratung und Abwägung hat der Kirchengemeinderat von St. Felix und Regula, Schwarzenbach, beschlossen, die bestehende Pfarrkirche nicht zu sanieren, sondern eine neue zu bauen. Diese Entscheidung kommt nicht unbedingt erwartet, ist aber begründet. Um alle Gemeindemitglieder über den Werdegang zu informieren und sich auszutauschen, findet am 24. Juli wieder eine Gemeindeversammlung statt. Hier zunächst eine Stellungnahme des KGRs.

So sieht es derzeit in St. Felix und Regula aus: Ein großes Bau-/Sicherungsgerüst füllt den Innenraum

Bisher
Der Kirchengemeinderat (KGR) hat in den vergangenen Monaten die Argumente Pro und Kontra Neubau/Sanierung ge­sammelt, intensiv diskutiert und abgewogen. Begleitet wurde der Entscheidungspro­zess durch einen Austausch mit Ver­tretern der Diözese, des Denkmalamts, der Planungsbüros und der Kirchenge­meinde. Die Gemeindeversammlung vom Juli 2020 hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Kirche erhalten, aber auch verändert werden sollte. In der Zwischenzeit haben sich jedoch – hauptsächlich unter den Ge­sichtspunkten Umgestaltung und Finanzierung – die Rahmenbedingungen geändert, die es zu berücksichti­gen galt.

Vor allem folgende Aspekte rücken in den Mittelpunkt:
– Pastorales Konzept: Die Umnutzung eines Teils der bestehenden Kirche ist nicht mit den Gesetzesvorga­ben für Denkmalschutz und Friedhofswesen vereinbar. Nur bei Abriss der bestehenden Kirche (bis auf den älteren Turm) und anschließendem Neubau ist eine flexiblere Nutzung des Kirchenraumes – auch für pasto­rale Zwecke – möglich.
– Raumbedarf: Die jetzige Kirche ist zu groß, um dem Gottesdiensterlebnis einer schrumpfenden Kirchen­gemeinde ge­recht zu werden. Hierbei richtet sich der Blick besonders auf die Jahre ab ca. 2030.
– Finanzierung: Die Sanierung der bestehenden Kirche würde statisch notwendige (Dach) und sicherheitsre­levante Ar­beiten (Elektrik, Heizung, Fußböden), Kirchenbänke, Fenster- und Betoninstandsetzung sowie In­nen- und Außenwände umfassen. Eine energetische Sanierung ist denkmalrechtlich schwierig und finanziell nicht vertretbar. Darüber hinaus ist in den nächsten Jahren laufend mit weiteren kostspieligen Teilsanierun­gen zu rechnen. Eine neue, moderne und nachhaltige Kirche hingegen sichert langfristig einen kostengünsti­gen Unterhalt. Der KGR sieht im aktuellen Finanzie­rungsrahmen (Höhe des Eigenanteils) keine Möglichkeit, eine Sanie­rung der bestehenden Kirche verantwortlich zu fi­nanzieren. Bei einem Neubau stehen neben einem höheren finanziellen Anteil der Diözese weitere Möglichkeiten einer Förderung offen.

Entscheidung
Der Kirchengemeinderat Schwarzenbach hat auf seiner Sitzung am 23. Juni 2021 einstimmig (bei 1 Enthal­tung) beschlossen, die bestehende Pfarrkirche St. Felix und Regula abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen.

Aktueller Stand und nächste Schritte
Die Entscheidung und der Weg dahin waren keineswegs einfach. Der KGR möchte seine Argumente daher erläutern, aber auch die Gemeinde mit ihren vielseitigen Stimmen hören.
Dazu findet am 24. Juli um 19 Uhr im Anschluss an die Abendmesse eine Gemeindeversammlung in der Pfarrkirche – mit Herrn Weihbischof Matthäus Karrer – statt. Über Rückmeldungen der Gemeindemitglieder zur Entscheidung (wenn möglich bereits im Vorfeld des Besuchs) würde der KGR sich freuen. Bitte kommen Sie auf die KGR-Mitglieder zu oder formulieren Sie Ihre Gedanken und werfen sie diese in den Briefkasten des Pfarrbüros Schwarzenbach.

Ausblick
Der KGR möchte bei der Umsetzung des Neubaus
- bestehende „Schätze“ (Taufkapelle, Kreuz, Madonna…) aus der bisherigen Pfarrkirche in die neue über­nehmen
- interessierte Gemeindemitglieder in die weitere Planung einbeziehen
- das Projekt zügig planen und durchführen. Eine Baustelle über viele Jahre und Verzögerungen hinweg – und somit das Fehlen einer Gemeindemitte – kann den Zusammenhalt ei­ner Gemeinde auf Dauer gefährden.


Der Kirchengemeinderat St. Felix und Regula, Schwarzenbach

Unterstützende Stellungnahme von Pfarrvikar Erhard Galm