Weihnachten 2020 – einmal anders

Weihnachten ist für uns Christen das Fest der Liebe, der Freude, der Familie, des Friedens. Besuche bei Familie und Freunden gehören genauso dazu wie Gottesdienst- und Kirchenbesuch. Wir wollen diese Freude teilen und Gemeinschaft erleben. Aber wie wird es wohl dieses Jahr sein – mit Corona?

Sicherlich ohne große Menschenmassen und ausgelassene Feiern. Eher ein stilles und leises Fest. Im kleinen, vertrauten Kreis. Überschaubar. Reduziert. Manche stimmt das traurig. Andere sind enttäuscht. Unzufrieden. Fehlt da nicht etwas? Kann es da Weihnachten werden?

Diese Einfachheit und Reduziertheit birgt auch eine Chance. Sie kann den Blick schärfen. Wenn das „dekorative Primborium“ wegfällt, ist Platz für das Eigentliche, das Wesentliche: nämlich, dass es an Weihnachten um MICH geht. Um Jede und Jeden Einzelnen von uns ganz persönlich.

Damals vor 2000 Jahren ist Gott Mensch geworden im kleinen Jesus-Kind in der Krippe. Heute will er Mensch werden in Jeder und Jedem von uns. Damit unsere Welt ein menschlicheres Gesicht bekommt und wir so mitbauen an einer besseren Welt.

Diese Seite von Weihnachten ist still und unscheinbar. Sie geschieht ganz leise und persönlich. Etwa wenn wir an der Krippe stehen – und uns anschauen lassen. Von diesem kleinen, hilflosen Kind in der Krippe. Und in ihm unsere eigene Verletzlichkeit und Bedürftigkeit erkennen. Genauso wie die Fülle unserer Möglichkeiten. Dann geschieht Mensch-Werdung ganz konkret. Oft nicht laut und rauschend. Sondern leise und unscheinbar. Aber nicht weniger nachhaltig und ergreifend. Dann erahnen wir, was es heißt, wenn die Engel singen: „Heute ist euch der Heiland geboren. Es ist der Messias. Der Retter. Der Herr.“

Dass Ihnen diese leisen Töne von Weihnachten geschenkt sein mögen, das wünsche es Ihnen und Ihren Familien von Herzen!

Für das neue Jahr 2021 alles Gute und Gottes reichen Segen!

Ihr Pfarrer M. Hammele